Entstehung der Schützen im Ennstal

Zu wissen, dass im 13. Jahrhundert unter Erzbischof Friedrich II. von Walchen (1270 – 1284) und seinem Nachfolger Erzbischof Rudolf I. von Hohenegg (1284 – 1290), genannt auch der Streitbare, die Landfahne oder auch die Fähnleins gegründet wurden. Das waren freiwillige junge Männer aus dem Bauernstande und aus dem Handwerkerstande, die sich dem Erzbischof zur Verfügung stellten, zum Schutz der Siedlungen, zum Schutz der Fuhrleute auf der Römerstraße, die oftmals von plündernden Horden (Raubrittern) überfallen wurden.

 

Und so wurde der neue Ort an der linken Seite des Ennsflusses 1285 zu einer Stadt erhoben – mit dem Namen Rastat, das heutige Radstadt. Der alte Ort am rechten Ufer der Enns hat seine Bedeutung verloren und der Ort hieß nicht mehr Radistadt, sondern Altenradstadt, das heutige Altenmarkt. Die Schützen bekamen eine Blütezeit unter Erzbischof Friedrich von Schaumburg (1489 – 1494). Die Landfahne, genannt auch die Feuerschützen (waren ebenso Armbrustschützen), dienten weiters als Feuerwehr, Rettungsmänner und als Samariter.

Kämpften diese Schützen hier mit den Bauern in den Bauernkriegen bei der Belagerung von Radstadt.

Im 30-jährigen Krieg kämpften die Schützen gegen die vorstoßenden Truppen Gustav Adolfs von Schweden, so ist dank der Schützen des Erzbistums von Salzburg das Salzburgerland vom 30-jährigen Krieg verschont geblieben.

Bekamen die Schützen von Altenmarkt von Erzbischof Leopold Anton Freiherrn von Firmian eine Fahne. Und dies für die Treue zum Erzbischof zur damaligen bewegten Zeit des protestantischen Glaubens, als sichtbare Anerkennung.

 

Anfang des 19. Jahrhunderts kämpften die Schützen gegen die Franzosen in den Napoleonkriegen im Salzburger Land am Pass Lueg. Und da vollbrachten die zwei tüchtigen Schützenhauptleute Jakob Strucker und Kaspar Steger mit ihren Schützen große Heldentaten.

Kam das Herzogtum Salzburg an Österreich, die Landfahne ist erloschen und es gründeten sich auf kirchlicher Seite die Prangerschützen, welche die kirchlichen Feste gestalteten.

Bekamen die Prangerschützen eine neue Fahne, gespendet von der Familie Winter – Großunterbergbauer in Palfen. Der damalige Unterbergbauer Josef Winter, selbst ein Schütze, trug als Fähnrich ein paar Jahrzehnte diese Fahne bei den Ausrückungen.

Wurden die Schützen nach den Kriegsfolgen des 2. Weltkrieges wieder aufgestellt und neu eingekleidet. Und sie bekamen den historischen Namen die Struckerschützen von Altenmarkt. Zu danken ist dafür Kuno Brandauer, dem damaligen Leiter der Dienststelle der Salzburger Heimatpflege. Somit in kurzen Sätzen geschildert die wichtigsten Aufzeichnungen der Jahrhunderte herauf. Möge der wahre Geist des Schützenwesens weiterleben und nicht erlöschen.

So geschrieben von Josef Steger, Kustos des Altenmarkter Heimatmuseums und euch allen, ihr strammen Schützen ein kräftiges „Schützen Heil“. Kurzbiographie von Josef Steger, Kustos des Altenmarkter Heimatmuseums

Schützenkompanie, Uniform, Fahnenmutter, Fahnenpatin, 1930

Altenmarkter Prangerschützen in der Uniform mit weißen Hosen um 1930. Damaliger Hauptmann Johann Pichler, Fahnenmutter Julie Laubichler, Gasthofbäuerin, sowie Fahnenpatin deren Tochter Julie Anselmi.

Schützenkompanie, Festzug, 1929

Die Prangerschützen beim Festzug 1929 bei der 200-Jahr-Feier der Altschützenfahne unter dem damaligen Hauptmann Franz Vogl („Vogei-Bäck“).

Schützenkompanie, Bundeskanzler, Bundeskanzerleramt, 1956

Die Schützen 1956 auf Besuch im Bundeskanzleramt. Der Leiter der Salzburger Heimatpflege Kuno Brandauer überreicht an Außenminister Dr. Figl ein Ehrengeschenk.

Jakob Strucker – Der Namensgeber der Kompanie

Jakob Strucker wurde am 18. Februar 1761 in St. Michael im Lungau geboren. Während seiner 6-jährigen Dienstzeit in der kaiserlichen Armee eignete er sich ausgezeichnete militärische Kenntnisse an. Als die Kriegshandlungen der Franzosen im Jahre 1800 immer näher an das Land Salzburg rückten, wurde Jakob Strucker, der beim kaiserlichen Zoll seinen Dienst versah, zum Anführer der Loferer, Saalfeldener und Tiroler Schützen ernannt. Diese erhielten den Auftrag die Loferer Pässe zu verteidigen…

Am Pass Strub und am Bothenbühel schlug Strucker die Franzosen ins Bayrische Land zurück.

 

  • 1804 wiederholten sich die Abwehrkämpfe in den Loferer Bergen, die zu einer abermaligen Niederlage der Franzosen führte.
  • 1809 wurde er von Erzherzog Johann zum Hauptmann ernannt. In dieser Funktion übernahm er sogleich das Kommando über den Pongau und führte die Kämpfe am Pass Lueg. Auch rekrutierte er die Schützen des Radstädter Pflegegerichtes und versorgte die Verteidiger mit Proviant, Waffen und Munition.
  • 1816 kam Strucker in das Hauptzollamt nach Wien, wo er am 13. Dezember 1824 im Alter von 64 Jahren verstarb.

 

Er wurde auch mit der „Großen Silbernen Landschafts-Ehrenmedaille am Bande“ vom Tiroler Landeshauptmann Paris Graf Wolkenstein ausgezeichnet. Um das Gedenken dieses Mannes und sein außergewöhnliches Wirken als Verteidiger unserer Heimat zu bewahren, wurden die Schützenkompanie von Altenmarkt 1950 und die 1986 eingeweihte Kaserne des österreichischen Bundesheeres in Tamsweg nach seinem Namen „Strucker“ benannt.

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